Was ist der Mellowpark?

Im Jahr 1999 entwickelte Jens Werner gemeinsam mit anderen das Konzept des Mellowparks. Mit diesem Jugendprojekt, einem Sport- und Freizeitgelände für Skater und BMX-Begeisterte, gewann die Gruppe den Landeswettstreit "Jugend entwickelt das neue Berlin", der vom Berliner Senat ausgelobt worden war. Innerhalb von kurzer Zeit zeigte sich, wie erfolgreich und tragfähig die Idee zu diesem Projekt war und ab dem Jahr 2001 konnte mit dem Aufbau des Mellowparks begonnen werden. Nicht zuletzt durch die Mitarbeit vieler ehrenamtlicher Helfer und der Jugendlichen selber wurde aus der für das Projekt bereitgestellten Industriebrache in Berlin-Köpenick ein Paradies vor allem - aber nicht nur - für Skater und BMX-Begeisterte. Halfpipes und BMX-Pisten wurden errichtet und auch für die Anhänger anderer Sportarten sorgten die Betreiber. So entstanden mit der Zeit auch Basketballplätze und selbst Plätze zum Beachvolleyball spielen. Zahlreiche Projekte wie zum Beispiel Magazine und sogar ein Tonstudio gruppierten sich um das Ursprungsprojekt.
Dabei hatten die Verantwortlichen immer vor allem die Interessen der Jugendlichen im Blick, für die sie sich auch sozialpädagogisch in der Verantwortung sahen. So gehören allein über zweihundert Jugendliche dem zum Mellowpark gehörigem Verein „all eins e.V.“ an, der auch Träger des Parks ist. Dort wurden das ganze Jahr über zahlreiche Workshops und Veranstaltungen angeboten.

Die unzähligen Events zogen jährlich Tausende von Jugendlichen und jungen Erwachsenen an und schon bald wurde der Mellowpark auch international in der BMX- und der Skaterszene ein Begriff, beispielsweise durch das jährlich stattfindende "Highway to hill" und andere BMX-Meisterschaften. Aber auch für die Jugendlichen vor Ort, die den Park als Treffpunkt und Anlaufstelle nutzten, wurde viel getan und so verhinderten die Betreiber mit ihrer engagierten, nicht nur an sportlichen Themen orientierten Jugendarbeit das Abdriften der Kinder in destruktive Millieus, wie es sie in Berlin und anderen Großstädten gibt.

Warum musste der Mellowpark in Berlin umziehen?

Ende 2007 wurden von einem Investor Pläne zur Bebauung des Nachbargrundstücks des Mellowparks vorgelegt. Nach den Plänen des Investors sollten dort exklusive Wohnungen entstehen. Als Folge dieser Pläne erhielten die Träger des Parks die Kündigung zum Jahresende 2008 durch die Eigentümer des Geländes, die TLG Immobilien. Um die nun drohende Schließung des Mellowparks zu verhindern, entwickelte der „all eins e.V.“ ein weitreichendes Konzept zur Rettung des Parks. Darüber hinaus nahmen die Mitglieder des Vereins an den Ausschusssitzungen teil, in denen mit über die Zukunft des Mellowparks entschieden wurde. Immer mehr kristallisierte sich die „Paul-Zobel-Sportanlage“ an der Wuhlheide als tragfähigste Alternative zum bisherigen Standort heraus. Dieser neue Standort am Spreeufer besaß sogar einige Vorteile, vor allem eine relativ günstige Lage und eine vielfach größere Fläche als der alte Standort, so dass der Trägerverein des Parks damit beginnen konnte, ein Konzept zur Fertigstellung des neuen Mellowparks bis zum Jahr 2014 zu erstellen, in dem den bisherigen Attraktionen neue hinzugefügt wurden, beispielsweise ein Bildungs- und Medienzentrum und Hostelzimmer für die Besucher. Selbst ein skatebares Parkhaus wurde angedacht. Pläne entstanden, das neue Projekt dadurch attraktiver zu machen, indem man die größere Fläche nutzte, um den Mellowpark zu einem Olympiastandort für Race und Halfpipe zu machen. An der Ausarbeitung der Konzepte beteiligten sich neben den Jugendlichen und den Mitgliedern des Trägervereins auch Hochschulen, Architekten, Stadtplanern und natürlich Sportler. Um auch die Finanzierung sicherzustellen, wurde ein Förderverein gegründet, der sich auf die Suche nach Investoren machen sollte.

Am Ende doch das Aus für den Park?

Es schien so, als ließe sich das drohende Aus für den Park abwenden - und nicht nur das, die neuen Konzepte verhießen bis zum Jahr 2014 einen noch attraktiveren Park mit mehr Möglichkeiten, als er zuvor geboten hatte. Dann folgte der Schrecken. Angeblich war das Gebiet um den neuen Standort herum bereits seit dem Jahr 2005 das Eigentum eines Liegenschaftsfonds. Dieser Liegenschaftsfonds stand bereits in Verhandlung mit einem Investor und das Gebiet drohte ebenfalls in ein Wohngebiet umgewandelt zu werden. Die Lage am Spreeufer machte das Gebiet besonders attraktiv für den Investor. Es wurde bekannt, dass eine erste Rate bereits bezahlt worden war. Die dem Trägerverein des Mellowparks als Alternativen angebotenen Grundstücke erwiesen sich als unbrauchbar und abermals schien eine endgültige Schließung des Parks wahrscheinlich.

Dann aber wurde bekannt, dass das Grundstück doch dem Land gehörte und ab diesem Zeitpunkt hing das weitere Schicksal des Parks von der Entscheidung des im März stattfindenden Sportausschusses des Abgeordnetenhauses ab, da das Grundstück als Sportfläche deklariert war und für einen Verkauf als Wohnfläche erst umgewidmet werden musste. Angesichts des in so einem Fall zu erwartenden Gewinns von rund sechs Millionen Euro für die Stadtkasse zitterten die Betreiber dem Ergebnis entgegen.

Am Ende alles gut

Der Sportausschuss lehnte die Umwidmung ab und so stand dem Umzug des Mellowparks nicht mehr im Wege. Im Mai 2010 konnte das erste „Highway to Hill“ auf dem neuen Gelände stattfinden.